The Generation Forest eG: Genossenschaftsanteile und Generationenwälder in Panama
Wie lassen sich Geldanlage, langfristige Forstwirtschaft und der Aufbau artenreicher Wälder miteinander verbinden? Die Hamburger Genossenschaft The Generation Forest eG finanziert Aufforstungsprojekte in Panama über Genossenschaftsanteile. Das Geschäftsmodell setzt auf den Anbau verschiedener tropischer Baumarten und den späteren Verkauf von Holz. Im Interview mit FINGREEN.DE berichtet Vorständin Charline Joost über ihre Motivation, die Entwicklung der Projekte und die Pläne der Genossenschaft.
Im Mittelpunkt stehen das Geschäftsmodell, die geplante Mittelverwendung und die Beteiligungsmöglichkeiten. Eine bestimmte finanzielle Rendite oder eine konkrete ökologische Wirkung kann daraus nicht garantiert werden.

Das Geschäftsmodell: Generationenwälder statt reiner Holzplantagen
The Generation Forest eG ist eine Genossenschaft mit Sitz in Hamburg. Sie erwirbt Flächen in Panama, darunter degradierte ehemalige Weideflächen, und entwickelt darauf artenreiche Mischwälder. Die Flächen werden forstwirtschaftlich bewirtschaftet. Einnahmen sollen insbesondere durch den späteren Verkauf ausgewählter tropischer Edelhölzer entstehen.
Das Konzept unterscheidet sich von einer Bewirtschaftung, die ausschließlich auf den kurzfristigen Holzertrag ausgerichtet ist. Die Genossenschaft verfolgt einen langfristigen Ansatz, bei dem verschiedene Baumarten wachsen und einzelne Bäume zu unterschiedlichen Zeitpunkten geerntet werden sollen.
Für Interessierte sind dabei zwei Aspekte wichtig: Zum einen geht es um die geplante Entwicklung der Waldflächen. Zum anderen handelt es sich beim Erwerb von Genossenschaftsanteilen um eine unternehmerische Beteiligung, deren wirtschaftliches Ergebnis von der tatsächlichen Entwicklung des Geschäftsmodells abhängt.
Das Konzept im Überblick:
- Aufforstung in Panama: Die Genossenschaft erwirbt und entwickelt geeignete Flächen. Ziel ist der Aufbau langfristig bestehender Mischwälder.
- Forstwirtschaft und Holzverkauf: Die wirtschaftliche Planung sieht vor, ausgewählte Bäume nach entsprechenden Wachstumsphasen zu entnehmen und das Holz zu verkaufen.
- Finanzierung durch Genossenschaftsanteile: Mitglieder stellen Kapital bereit und sind im Rahmen der genossenschaftlichen Regeln an der wirtschaftlichen Entwicklung beteiligt.

Interview mit Charline Joost, Vorständin der The Generation Forest eG
Wir haben mit Charline Joost über ihren persönlichen Antrieb, die bisherigen Projekte und die weiteren Pläne der Genossenschaft gesprochen.
FINGREEN.DE: Frau Joost, was war Ihre persönliche Motivation, sich bei The Generation Forest zu engagieren und Wälder in Panama aufzuforsten?
Charline Joost: Ganz ehrlich? Ich wollte mich nicht mehr wie ein kleines Rädchen in einem riesigen Getriebe fühlen, in dem „Nachhaltigkeit“ bestenfalls ein Schlagwort ist. Ich wollte stattdessen mit echtem Impact etwas bewegen. Bei The Generation Forest habe ich die Möglichkeit, aktiv Veränderungen zu gestalten. Besonders eindrucksvoll war mein erster Besuch in Panama 2019: Damals hatten wir gerade unsere erste Fläche gekauft und aufgeforstet. Drei Jahre später waren es schon acht Flächen.
Heute stehen wir bei über 1.300 aufgeforsteten Hektar. Diese sichtbare Entwicklung hat mich tief motiviert, weiterzumachen.
Hinweis: Die Angaben zur Zahl der Flächen und zu den aufgeforsteten Hektar stammen aus dem ursprünglichen Interview vom September 2025 und sind keine unabhängig bestätigten aktuellen Bestandszahlen.

Charline Joost, Vorständin der The Generation Forest eG
FINGREEN.DE: Wie steht es aktuell um Ihre Projekte und welche Entwicklungen konnten Sie bisher beobachten?
Charline Joost: Wir spüren natürlich die aktuelle Unsicherheit: Nachhaltigkeit ist bei vielen Menschen gerade nicht mehr „en vogue“, viele halten ihr Geld zurück. Doch das Besondere an The Generation Forest ist, dass der einmal geschaffene Impact Jahr für Jahr wächst. Was wir aufgeforstet haben, kann uns kaum mehr genommen werden.
Charline Joost: Unsere Wälder und ihr Wert entwickeln sich unabhängig von der Weltlage stetig weiter: Sie speichern immer mehr CO₂, schaffen Arbeitsplätze und geben bedrohten Arten neuen Lebensraum. Erst vor Kurzem konnten wir auf unseren Kamerafallen eine Puma-Mutter mit ihren Jungen entdecken – ein starkes Zeichen für die Widerstandsfähigkeit und den Wert unserer Wälder.
FINGREEN.DE: Welche Pläne haben Sie für die Zukunft – und welche Möglichkeiten haben Interessierte, sich zu beteiligen oder Anteile zu verschenken?
Charline Joost: Wir wollen unsere Mission konsequent fortsetzen: weitere Flächen kaufen, aufforsten und so über Jahrzehnte hinweg Generationenwälder schaffen, die Klima, Artenvielfalt und Menschen gleichermaßen schützen. Dafür brauchen wir viele Menschen, die Teil dieser Gemeinschaft werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich zu beteiligen.
Mitglied werden: Interessierte können Genossenschaftsanteile erwerben und damit die Finanzierung des Geschäftsmodells unterstützen. Laut Anbieter ist ein Anteil mit einer Waldfläche von 500 m² verknüpft.
Anteile verschenken: Unter den vom Anbieter vorgesehenen Bedingungen können Genossenschaftsanteile auch verschenkt beziehungsweise auf andere Personen übertragen werden. Die konkreten Voraussetzungen sollten vorab mit der Genossenschaft geklärt werden.
Spenden: Wer keine Kapitalbeteiligung eingehen möchte, kann sich über die Generation Forest Foundation über Spendenmöglichkeiten informieren.
Wie soll die wirtschaftliche Entwicklung aussehen?
Das Geschäftsmodell ist auf einen langen Zeitraum ausgelegt. Nach der Darstellung der Genossenschaft sollen Einnahmen vor allem aus dem Verkauf von Holz entstehen, sobald die jeweiligen Bäume entsprechende Wachstumsphasen erreicht haben. Die Entwicklung hängt unter anderem von den Baumarten, den Wachstumsbedingungen, den Bewirtschaftungskosten und den erzielbaren Holzpreisen ab.
Der Anbieter beschreibt ein Finanzmodell, das langfristige Ausschüttungen an die Mitglieder vorsieht. Erste Ausschüttungen werden nach der derzeitigen Planung ab 2046 erwartet. Das ist eine Prognose und keine Zusage. Die tatsächliche Entwicklung kann erheblich von den Annahmen abweichen.
Für Anleger ist deshalb entscheidend, nicht nur die angestrebten Ergebnisse zu betrachten, sondern auch den langen Anlagehorizont und die möglichen Risiken zu berücksichtigen.
Welche Risiken bestehen bei Genossenschaftsanteilen?
Genossenschaftsanteile sind nicht mit einem täglich verfügbaren Bankguthaben oder börsengehandelten Aktien gleichzusetzen. Der wirtschaftliche Erfolg hängt vom Geschäftsmodell und seiner Umsetzung ab. Eine Beteiligung kann mit erheblichen Risiken verbunden sein.
Vor einem Beitritt sollten insbesondere folgende Punkte geprüft werden:
- Kapitalverlustrisiko: Im ungünstigen Fall kann das eingesetzte Kapital teilweise oder vollständig verloren gehen.
- Langer Anlagehorizont: Die forstwirtschaftliche Planung erstreckt sich über Jahrzehnte. Eine kurzfristige Verfügbarkeit des Kapitals sollte nicht vorausgesetzt werden.
- Unsichere Erträge: Holzpreise, Kosten, Wachstum und weitere betriebliche Faktoren können sich anders entwickeln als geplant. Ausschüttungen sind nicht garantiert.
- Eingeschränkte Übertragbarkeit: Für Kündigung, Übertragung und Auszahlung gelten die Satzung und die einschlägigen genossenschaftlichen Regelungen.
- Projekt- und Länderrisiken: Die wirtschaftliche Entwicklung wird auch von den Bedingungen vor Ort in Panama beeinflusst.
Die vollständigen Vertragsunterlagen, die Satzung und die Risikoinformationen sollten vor einer Investitionsentscheidung sorgfältig geprüft werden. Informationen dazu stellt der Anbieter auf seiner Website bereit.
Fazit: Forstwirtschaft als langfristiges Beteiligungsmodell
The Generation Forest eG verbindet die Finanzierung über Genossenschaftsanteile mit dem Aufbau und der Bewirtschaftung von Mischwäldern in Panama. Das Geschäftsmodell richtet sich an Menschen, die sich langfristig an einer Genossenschaft beteiligen möchten und sich mit der Finanzierung von Forstwirtschaft beschäftigen.
Im Vordergrund stehen dabei die geplante Entwicklung der Waldflächen, die spätere Vermarktung von Holz und die gemeinschaftliche Organisationsform. Ob daraus die erwarteten wirtschaftlichen Ergebnisse und die angestrebten ökologischen Effekte entstehen, lässt sich nicht garantieren.
Wer eine Beteiligung erwägt, sollte die langfristige Kapitalbindung, die Satzung, die Finanzplanung und die Risikohinweise genau prüfen. Die Entscheidung sollte zur eigenen finanziellen Situation und Risikobereitschaft passen.
Bleibt gesund 🙂
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Rechtlicher Hinweis:
Die Inhalte dienen ausschließlich allgemeinen Informations- und Werbezwecken. Sie stellen keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder zur Zeichnung einer bestimmten Beteiligung dar. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden und können zum Verlust des eingesetzten Vermögens führen. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
